THE TWANG

Juni 05, 2017


Am zweiten Juni 2007 - also vor recht genau zehn Jahren - erschien die Single "Either Way" der Band The Twang aus Birmingham (Nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Band aus Deutschland.) und belegte Platz Acht der englischen Single-Charts. 


Besonders gut ins Bild passte dann natürlich, dass eine weitere Version mit Mike Skinner aufgenommen wurde, dessen Veröffentlichungen als The Streets ich ebenfalls sehr gelungen finde. Die neueren Projekte bleiben leider weit hinter dieser Qualität zurück, aber das ist ein anderes Thema.

  
Es war die zweite Veröffentlichung nach dem Titel  "Wide Awake" aus dem vorangegangenen März, die ich bereits mit großer Begeisterung zur Kenntnis genommen hatte, weil sie musikalisch alles enthielt, was mir an U2 gefällt, aber eben diesen schmutzigen eigenen Spin hatte, der das Gesamtergebnis zu etwas ganz Besonderem machte.


Diese Singles liefen bei mir auf Schleife und ich nervte monatelang jeden in meinem Umfeld mit dieser Band, die ich nach der Gleichförmigkeit des in meinen Augen größtenteils anstrengend belanglosen Indie-Revivals, als erfrischend und meinen Geschmack viel besser treffend empfand. Das mag auch daran liegen, dass die Vorbilder, die ich bei The Twang vermute, viel kompatibler mit den meinen sind, als sie es bei diesen dünnen Männlein mit den zu engen Lederjacken waren. Wie ein Verdurstender wartete ich damals auf das erste Album "Love It When I Feel Like This", welches dann am sechzehnten Juni 2007 endlich erschien und zu Recht ein großer Erfolg wurde. Für mich war und ist diese Platte eines der besten Debütalben aller Zeiten. Musikalisch und textlich genau meines. Ein persönliches Higlight war das Stück "Loosely Dancing", welches starke Madchester-Anleihen hat, was uns wieder zu den Vorbildern bringt.


Auch "Push The Ghosts" ist ein Meisterwerk:


Insgesamt enthält das Album ausschließlich Hits, drehte sich lange Zeit auf meinem Plattenteller und hatte einen festen Platz auf dem iPod (Ja, 2007 hatte man noch iPods.). 

Leider blieb auch The Twang, wie vielen wirklich guten Bands, der dauerhafte große Erfolg leider verwehrt, was ich für einen Skandal halte. Schon das Nachfolgealbum "Jewellery Quarter" (2009) blieb weit hinter dem Erfolg des Vorgängers zurück, obwohl es mit "Barney Rubble" nicht den einzigen hervorragenden Song enthielt.


Die darauffolgenden Platten "10:20" (2012) und "Neontwang" (2014) erschienen zumindest in Deutschland nahezu unbemerkt. Ich muss zwar zugeben, dass sie ingesamt zwar tatsächlich nicht an die alte Qualität herankamen, aber trotzdem immer noch besser waren als vieles, was sonst so erscheint. Im Jahr 2013 erschien mit "Sheep" eine wunderbare Coverversion des Songs der Housemartins. Vorbilder jetzt, ne? Habe vorher noch nie erlebt, dass eine Band sich diesen Helden angenommen hat, ohne dass es peinlich wurde. Ein weiterer Punkt für The Twang. Es geht eben um Leidenschaft und die haben sie ohne Ende.


Im Dezember letzten Jahre kam ein Weihnachtslied auf den Markt, aus dem man deutlich die Pogues heraushört. #vorbilder 


In England hat die Band bis heute eine riesige Fangemeinde und spielt in großen Locations. von daher scheint zumindest gesichert, dass es ihnen finanziell gutgeht. Leider kam ich noch nicht in den Genuß eines Liveauftritts der Band. Im November und Dezember geht die Band zum zehnjährigen Jubiläum ihres ersten Albums auf Tournee in Großbritannien. Schaumer mal.


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