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FUNDSTÜCKE KW 25


Kommt es eigentlich nur mir so vor, dass Blogs immer persönlicher werden? Klar, auch für mich ist diese Plattform ein Weg, mich mitzuteilen, aber einen bestimmten Grad an Privatheit würde ich nie überschreiten. Was ich teilweise an intimsten Schilderungen von Geisteszuständen oder auch körperlichen Tätigkeiten für Erwachsene lese, ist schon irgendwie relativ neu. Und damit meine ich zum Beispiel gar nicht sowas wie den, was die Themen angeht zwar weit von meiner Lebenswirklichkeit entfernten, aber umso lesenswerteren Blog des Fräulein von Sachsen, sondern eher eine unglaubliche Egozentrik, die mir oft aus den Zeilen entgegenschwappt.  Ist das eine generelle gesellschaftliche Entwicklung, oder beschränkt sich dieses Phänomen auf das Internet? Die Meinung der Leserschaft würde mich dazu sehr interessieren.

Gar nicht egozentrisch sind meine Motive für das Erstellen der wöchentlichen Fundstücke, welche dieses Mal wieder einige Perlen enthalten. Beginnen möchte ich mit dem im Moment zu Recht aufsteigenden Duo Gurr aus Berlin, welches mir ihrem Lo-Fi Schrammelpop mit Sixtiesbezügen genau meinen Geschmack trifft. Wollte die Band schon lange hier bringen.


Unbedingt erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang noch The Catherines aus Hamburg, die in eine ähnliche Richtung gehen und mich auch stark erfreuen. Höre die Sachen seit Tagen. Hätte ich nur mehr Zeit, auf Konzerte zu gehen.



Ebenfalls schon länger auf der Liste steht die großartige Neo-Soulband Stone Foundation, welche seit Jahren schon alles richtig macht. Die Zusammenarbeit mit Paul Weller, den ich als Künstler zwar sehr schätze, dessen permanente Erwähnung als angeblicher "Modfather" ich allerdings mehr als anstrengend finde, hat das Ganze noch auf ein neues Niveau gehoben. Perfekt.


Bisher nicht bekannt war mir die Tatsache, dass die Talking Heads Anfangs den Song "I Wanna Be Your Boyfriend" von den Ramones im Programm hatten und es in Form eines Mitschnitts vom 26. Januar (Andere Quellen geben den 22. Januar an.)  1977 sogar einen hörbaren Beweis dafür gibt. Den Auftritt im Jabberwocky Club auf dem  Gelände der Syracuse Universität  fand ich hier in voller Länge und lege ihn wärmstens ans Herz. Ein Schatz aus der Frühphase dieser phantastischen Band.


Ausserdem interessant war die Information, dass Yoko Ono nun endlich als offizielle Mitkomponistin des Songs "Imagine" geführt wird, an dessen Entstehung sie auch laut Aussagen von John Lennon entscheidend beteiligt war und eine Kritik des neuen Ride-Albums, der ich mich nach mehrmaligem Hören des Albums nun leider anschließen muss. Ein sehr amüsanter Artikel zum Geburtstag von Paul McCartney macht das wieder wett. Nicht zu verachten ist auch das Bravo-Archiv, für das man aber viel Zeit einplanen sollte. Eine Reise in die Vergangenheit.

Besonders gespannt bin ich aber auf die Dokumentation "Right Here", über die Go-Betweens. Der gleichnamige Song war auch das erste, was ich jemals von der Band hörte und "Lee Remick" gehört bis heute zu meinen persönlichen Lieblingsliedern. Robert Forster durfte ich vor ein paar Jahren endlich live sehen und war begeistert.


Wie man sich unschwer vorstellen kann, bin ich aus vielen Gründen ein Verfechter von Dresscodes. Nun haben die Veranstalter der Royal Ascot-Rennwoche ihre Bekleidungsvorschriften in Form eines Films ins Netz gestellt. Mir gefällt das. Es tut niemandem weh, sich dem Anlaß entsprechend zu kleiden.


Erwähnenswert wäre noch, dass eine Cartier Tank (Eine der schönsten Uhren überhaupt.), welche einmal Jackie Kennedy gehörte bei Christie's für schlappe 379.500 Dollar versteigert wurde. Ganz soviel ist sie dann doch nicht wert.

Erheiternd fand ich die Anleitung, wie man eine Kokosnuss mit Stäbchen isst, von Luksan Wunder, der auch die herrliche "Korrekte Aussprache"-Serie macht.


Ausprobieren werde ich "McLoons Lobster Roll" und die "Wild Mushroom, Leek, and Potato Soup".


Ich wünsche meinen Lesern ein schönes Wochenende!



Gehört: Dekmantel Soundsystem Archive 01 - Glasgow (12-11-2016)

Kommentare

  1. Gurr erinnert mich irgendwie an "Boy". Die fand ich recht gut bis ich sie live gesehen habe. Dann nicht mehr ;-)

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    1. Die Band "Boy" sagt mir nur vom Namen etwas. Wurden ja mal ziemlich hochgejubelt. Da bin ich immer vorsichtig.

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  2. Wieder sehr interessante Ljnks!
    Sehr gefallen hat mir der Dresscode-Film.
    Und unglaublich, wie geringschätzend die FAZ jahrelang über die "Beetles" berichtet hat!

    Ich finde übrigens nicht, dass Blogs immer persönlicher werden. In meinen 7 Blogjahren habe ich von Anfang an jede Menge Menschen gelesen, die intimes preisgeben.
    das Internet bietet die wunderbare Möglichkeit persönliche Gedanken rauszulassen, die man in der realen Welt niemandem zumuten möchte. Das Gute am öffentlich machen: man erhält Feedback und Meinungen, was recht hilfreich sein kann.
    Motto: one post a day keeps the therapist away.

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    1. Freut mich, dass der Artikel gefiel. Ja, den FAZ-Artikel fand ich sehr aufschlussreich. Natürlich gab es schon immer Blogs, in denen Persönliches behandelt wurde. Meiner Empfindung nach hat das allerdings stark zugenommen.

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