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FUNDSTÜCKE KW 22


Heute kommen die Fundstücke wieder pünktlich und beginnen diesmal mit einer Sache, über die ich mir seit ein paar Wochen Gedanken mache. Unter meinen Beiträgen wurde noch nie viel kommentiert, was insgesamt ein Trend ist. Nur auf wenigen Blogs finden sich noch viele Kommentare, wird eventuell sogar diskutiert. Seit ungefähr drei Wochen werden meine Beiträge allerdings gar nicht mehr kommentiert, obwohl die Zugriffszahlen kontinuierlich steigen. Nun stellt sich mir die Frage, woran das liegt. Wird nicht mehr kommentiert, weil der Inhalt nicht mehr zusagt, oder halten sich meine Leser aus anderen Gründen zurück? Ich freue mich auf Statements dazu in den Kommentaren, bei denen bitte auch nicht an Kritik gespart wird, denn nur Kritik ermöglicht Erkenntnisse und Weiterentwicklung. Vielen Dank im Voraus!

Wie man unschwer erraten kann, interessiere ich mich - neben anderen Dingen - sehr für die Sechziger Jahre. Eines der interessantesten Bücher aus dieser und über diese Zeit, ist in meinen Augen "The Electric Kool-Aid Acid Test" von Tom Wolfe, der darin über seine Beobachtungen aus der gemeinsamen Zeit mit den "Merry Pranksters" um den Schriftsteller Ken Kesey ("Einer flog über das Kuckucksnest"). Darin geht es unter Anderem auch um die "Acid-Tests", auf welchen regelmäßig The Grateful Dead auftraten. Das Portal "Blank On Blank" hat ein Interview mit Jerry Garcia von 1988 zu diesem Thema in der üblichen Form aufbereitet. Sehr gelungen.


Ebenso in den Sechziger Jahren (Am 26. Mai 1967) erschien das Album "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" der Beatles, welches nicht nur relativ umgehend zum Klassiker wurde, sondern auch Brian Wilson von den Beach Boys zu "Smile", einem weiteren Klassiker, animierte, welcher ihn allerdings zwischenzeitlich aus der Bahn warf und in Gänze erst viele Jahre später erschien. Bemerkenswert ist das deshalb, da die Beatles vom "Pet Sounds" - Album zu ""Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band"  inspiriert wurden. Zum fünfzigjährigen Jubiläum des Erscheinens ist nun eine von Giles Martin, dem Sohn von George Martin, seines Zeichens Produzent der Beatles, neu abgemischte Version in aufwendiger Aufmachung und vielen Extras erschienen. Ich fand ein Unboxing-Video dazu. Würde ich mich nicht im Besitz eines Original-Albums befinden, würde diese Neuerscheinung auf meiner Liste stehen. Dazu ist noch interessant ist das Projekt eines Fans, der alle Originalfotos sucht, die für das Cover verwendet wurden.



Ebenfalls am 26. Mai erschien unter dem Titel "3-D Der Katalog" eine interaktive Zusammenstellung der beeindruckenden Museumskonzerte von Kraftwerk (Beziehungsweise der Personengruppe, die derzeit noch unter diesem Namen auftritt) und aller acht klassischer Alben der Band. Als Kraftwerkfan sehe ich die Tatsache, dass Ralf Hütter ohne den bereits 2009 ausgestiegenen Florian Schneider, einen der beiden Masterminds noch unter dem Namen aktiv ist, natürlich sehr kritisch. Diese Veröffentlichung scheint allerdings dem alten Qualitätsstandard gerecht zu werden. Ralf Hütter streitet sich übrigens schon länger mit Moses Pelham über einen zweisekündigen Sample. 


Musikalische Neuentdeckungen waren zum Einen Foliage aus San Bernardino, deren Song "Dare" vom neuen Album "Silence", welches am 20. July erscheinen wird,  eine Neuinterpretation klassischen Indie-Pops liefert, welchen ich so liebe. Das erste Album "Truths" von 2015 werde ich mir umgehend bestellen.


Die Band Flyying Colours verfolge ich seit ihrer Gründung im Jahr 2011. Erst gestern stellte ich ihre erste Single "Wavygravy" auf meine Facebookseite. Da ich aber in letzter Zeit nicht dazu kam, mich um aktuelle Musik zu kümmern, verpasste ich leider die Veröffentlichung des Debütalbums "Mindfullness" im September 2016. Nun scheint es vergriffen zu sein. Steht auf der Wunschliste.  Besonders der Titel "1987" hat es mir angetan.


Ebenfalls auf dem Label Club AC30 veröffentlicht die Band Is Bliss aus Portsmouth, deren EP "The Honeycomb Explosion" am 14. Mai dort erschien und ebenfalls bereits vergriffen ist. Eine interessante Mischung aus Cornershop, Madchester und A Place To Bury Strangers. Da kann nun wirklich nichts schiefgehen. Absolute Empfehlung!


Das sehr empfehlenswerte und von mir schon lange geschätzte Proper Magazine hat eine Dokumentationsserie mit dem Titel "Proper People" gestartet, in der Menschen mit verschiedenen Hintergründen portraitiert werden, die eine Leidenschaft für Kleidung eint. In der Pilotepisode wird Jojo Elgaris behandelt, der den Laden "Jojo's General Store" betreibt. Ich finde diese Idee richtig gut, da Proper eine ganz eigene Art von Stil verkörpert.


Eine weitere gute Stilneuigkeit ist, dass die Firma J. Press, welche ihr Geschäft in New York schloß, an historischer Stelle ein neues eröffnet.

Im zwischenmenschlichen Bereich fand ich eine Untersuchung interessant, die sich damit beschäftigt, welchen Einfluß soziale Medien auf das Wohlbefinden junger Menschen haben und wie groß dieser Einfluß der einzelnen Plattformen ist. Ein sehr wichtiges Thema, denn auch ich habe den Eindruck, dass in diesem Bereich einiges schiefläuft.


Den leckeren Abschnitt beginne ich mit einer Studie, die unter Anderem ergab, dass Journalisten zuviel Bier und zuwenig Wasser trinken. Nicht wirklich eine Neuigkeit. Interessant ist auch die Stellungnahme von Jörg Meyer zu lesen, warum er alle Getränke von DIAGEO in seinen Bars aus dem Programm genommen hat. Ein weiterer Artikel beschäftigt sich mit fünf Mythen über das Trinken. Ausserdem fand ich eine Liste der zehn besten französischen Restaurants in Berlin, die ich mir hiermit vornehme, alle zu testen. Ein paar kenne ich zwar schon, aber warum nicht ein zweites Mal hingehen?

Begeistert von der neuen Twin Peaks-Staffel werde ich mir mal die "Twin Peaks Pancakes & Coffee" zubereiten.


Ich wünsche meinen Lesern ein schönes Wochenende, welches bei mir mit dem Besuch von Freunden gefüllt sein wird.




Gehört: DJ Andy Smith - Get Down Mix

Kommentare

  1. Ich habe nicht kommentiert, weil die letzten 3 Wochen für mich sehr hektisch waren und ich damit online nicht bei der Sache war. Übrigens gibt es eine neue Band Namens "Kraftclub". Hat weder musikalisch noch sonst wie mit Kraftwerk zu tun und ich finde die peinlich ähnlichen Bandnamen schade.

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    1. Ich hoffe, es hat sich wieder entspannt. Kraftklub gibt es ja schon länger und den Hype verstehe ich nicht. Musik ist natürlich in erster Linie Geschmackssache, aber meinen Geschmack trifft die Band gar nicht. Der Name ist tatsächlich sehr ähnlich.

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  2. Insgesamt hat die Kommentarlust stark abgenommen. Das geht vielen Blogger momentan so. Das ist oft abhängig von Feiertagen, Ferien und schönem Wetter. Da muss man durch. Das sagt aber nichts über die Qualität der Posts aus.

    Ich persönlich habe Schwierigkeiten mit meinem uralten Rechner deine sehr üppigen Posts (viele Links, Bilder, etc.) überhaupt abzurufen. Also lese ich hier übers Tablet, was ich aber nur 2, 3 Mal pro Monat einschalte.

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    1. Ja, das Kommentieren nimmt bereits seit Jahren ab, da sich immer mehr zu Facebook verlagert. Das ist schade, weil früher in Blogs richtig interessante Diskussionen stattfanden. Bedauerlich, dass der alte Rechner sich so mit den Beiträgen abmühen muss. Wenigstens funktioniert es mit dem Tablet. Einfach mal öfter anschalten, die Fundstücke kommen immer Donnerstags. ;-)

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  3. Bisher war ich ein stiller Mitleser, aber hier muss ich einfach einen Kommentar hinterlassen und zwar eine saftige Beschwerde: Brian Jones war sicherlich talentiert als Gitarrist der Rolling Stones, aber das Mastermind hinter "Smile" heißt immer noch Brian Wilson.

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    1. Danke für den Hinweis auf diesen Flüchtigkeitsfehler. Natürlich hätte es "Wilson" heissen müssen. Wurde sofort korrigiert.

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A Guy Called Classic

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