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FUNDSTÜCKE KW 19


Langsam fühle ich mich wieder fitter, die Erkältung hat mich wohl doch nicht voll erwischt. Sehr gut, denn krank im Bett zu liegen passt im Moment gar nicht in meine Planung. Nicht zuletzt deshalb, weil heute wieder die Fundstücke anstehen.

Beginnen möchte ich mit dem Auftritt der wiedervereinigten Band Slowdive bei Pitchfork. Ein audio-visuelles Erlebnis, welches man am Besten bei voll aufgedrehter Anlage oder mit Kopfhörern genießt, um keine Nuance zu verpassen.


Am vierten Mai hätte Sharon Jones Geburtstag gehabt. Leider starb sie im November letzten Jahres. Wenige Monate vor ihrem Ableben trat sie bei KEXP auf. Eine unglaubliche Frau, eine unglaubliche Darbietung.


Ebenso schmerzlich vermisst wird Louis Armstrong, der ja nun schon eine ganze Weile nicht mehr unter uns ist. Ich fand einen mir bisher unbekannten Mitschnitt eines Auftritts bei "Show Of The Week" vom zweiten Oktober 1968, bei dem er - fast siebzigjährig - zeigte, wie man in Würde altern und trotzdem noch mitreissen kann. Ein wahrer Gentleman. Und auch hier kann ich mich wieder nur selbst zitieren:"Solche Menschen werden heute nicht mehr gebaut.".


Vom Gentleman sind wir dann auch nicht mehr weit vom Thema Stil entfernt, zu dem es zu einen die negative Nachricht gibt, dass der älteste Herrenausstatter in Frankfurt seine Pforten schließt. Eigentlich komisch, gibt es doch gerade in Frankfurt zumindest theoretisch genug potentielle Kundschaft. Die Realität ist allerdings leider, dass klassischer Stil heutzutage als "langweilig" gilt. Es gibt zwar eine Entwicklung in die richtige Richtung, aber das kann alles noch dauern. Ein weiterer Artikel beschäftigt sich mit dem Niedergang der Firma J.Crew, der mich persönlich nicht wundert, ist er doch stellvertretend dafür, wie viele Firmen ihre Kernzielgruppe zugunsten kurzlebiger Trends und mit dem herunterfahren der Qualität in Kombination mit dem ungerechtfertigten Erhöhen der Preise verprellen. Als Beispiel seien noch "Brooks Brothers" und "L.L.Bean" genannt, wo man diese Entwicklung in den letzen Jahren beobachten konnte. Bei J.Crew kommt noch dazu, dass die Firma eigentlich nie wirklich authentisch war. Ebenfalls lesenswert ist das Stück "James Bond – Style never dies?" von Maximilian Mogg, der sich mit dem negativen Wandel der Figur beschäftigt, welchen ich auch schon lange beklage. Zu guter letzt stieß ich auf ein Interview mit dem Urenkel des Firmengründers von TAG Heuer, Jack Heuer.

Die Frage, was Architektur ist, hat ebenso das Potential zu hitzigen Debatten über mehrere Flaschen Wein, wie die Frage, was Kunst ist. Der ersten Frage nähern sich Julie Marthe Hoffmann, Luca De Georgi und Olaf Hoger Grawert, indem sie renommierten Architekten diese Frage stellen und diese Filme auf der Website "What Is Architecture" veröffentlichen. Eine sehr gute Idee!


Bereits im November letzten Jahres feierte die Dokumentation "The Restorer's Journey" über Jon Wilson, der im Jahr 1974 die Zeitschrift "Wooden Boat" gründete, Premiere. Das Portrait eines Mannes, der sich um Erhaltung und Restauration hölzerner Boote weltweit verdient gemacht hat.



Zu Zwischenmenschlichem empfehle ich einen Artikel darüber, wie die gegenseitige Anziehung in langen Beziehungen erhalten bleibt. Sehr interessant auch die Erkenntnisse aus "In Relationships, Be Deliberate". In der NZZ beschäftigt sich Birgit Schmid unter dem Titel "Früher warst du lustig" mit der Frage, warum Ehen scheitern. Diese Woche ist das so einiges an Lesestoff, es lohnt sich aber.

Kulinarisch gab es auch einige Funde. Ich starte mit einem Artikel über die positiven Aspekte des Schokoladenkonsums. Welch frohe Kunde! An Rezepten fand ich das Zitronenhähnchen aus dem Ofen, Seafood Chowder und acht Rezepte für eine bessere Mittagspause im Büro. Das war es aber noch nicht. Als Freund von allem, was mit Zimt zusammenhängt, bin ich gespannt darauf, das Rezept für "Overnight Cinnamon Rolls" auszuprobieren.


Bezüglich Getränken fand ich die Idee lustig, die passende Weinbegleitung für Fastfood kennenzulernen. So kann man ein Laster mit einem weiteren Laster aufwerten. Genau mein Stil. Die Urversion des 1889 kreierten "Old Fashioned" passt wunderbar dazu.

Ich wünsche meinen Lesern ein schönes Wochenende!





Gehört: Thievery Corporation - Mix Tribute

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