FUNDSTÜCKE KW 16

April 20, 2017


Die Woche, in die das lange Wochenende hineinragte und welche deshalb erträglich kurz ist, neigt sich dem Ende zu. Ich hoffe, meine Leser hatten schöne Ostertage. Meine waren sehr entspannt und gingen natürlich viel zu schnell vorbei. Trotz wie immer vollen Tagen nehme ich mir Zeit für die Fundstücke, von denen wieder so einige zusammenkamen.

Im September 1960 wurde auf CBS die Sendung "Jazz From Sixty-One" ausgestrahlt. Diese Ausgabe der 30-minütigen, von Robert Herridge moderierten Show, beinhaltete eine Zusammenkunft zweier Gruppen. Die eine wurde von Pianist Ahmad Jamal, die andere von Saxophonist Ben Webster geleitet. Die Sendung gab es lange Zeit nur zerstückelt zu sehen, nun hat sie ein guter Geist in voller Länge zugänglich gemacht.


Zu Ahmad Jamal passt auch dieser Kurzbeitrag, in dem Robert Glasper Jazz-Samples behandelt, die als Grundlage für HipHop-Stücke dienten. Dass die beiden Stile eng zusammenhängen, ist ja kein Geheimnis, aber genaue Beschäftigung mit dem Thema immer interessant.



Vor fünf Tagen verstarb leider die Produzentin und Komponistin Sylvia Moy, die während ihrer Zeit bei Motown Records nicht nur an der Entstehung einiger Klassiker beteiligt war, sondern im Prinzip aus maßgeblich für den Fortbestand der Karriere von Stevie Wonder verantwortlich zeichnete. Dieser sollte nämlich von Motown entlassen werden, als sich seine Stimme in der Pubertät veränderte. Moy machte daraufhin mit Berry Gordy, dem Inhaber des Labels den Deal, dass wenn sie für Wonder einen Hit schriebe, dieser auf dem Label bleiben dürfe. Gordy war einverstanden und Moy lieferte "Uptight (Everything's Alright)". Der Rest ist Geschichte. Weitere Hits waren "I Was Made to Love Her", This Old Heart of Mine (Is Weak for You) und "It Takes Two". Von "Uptight (Everything's Alright)" fand ich eine sehr schöne Live-Darbietung.


Ebenfalls dazu passend ist der neue Gucci-Spot, in dem zu "The Night" von Frankie Valli & The Four Seasons Northern Soul getanzt wird. Mich würde starkt interessieren, wie es dazu kam und welche Zielgruppe man damit versucht anzusprechen. Wie auch immer: Endlich mal wieder gute Musik in einem Werbespot. Wenn auch viel zu kurz.


Das Fundstück der Woche war für mich ein Mitschnitt, der mir ermöglichte, Frank Sinatra dabei zuzusehen, wie er 1965 "It Was A Very Good Year" aufnahm. Die Zigarette in der einen, den Drink in der anderen Hand. Those were the days. Solche Menschen werden heute nicht mehr gebaut.


Als lesenswerte Artikel möchte ich dieser Woche einmal Bernhard Roetzels Äußerungen über Hipster, Bärte und die Rolle von Acessoires , sowie seine Statements zu Stofftaschentüchern empfehlen. Ich bin immer wieder überrascht, wie mir dieser Mann aus der Seele spricht. Ein weiterer Artikel beschäftigt sich mit Unfreundlichkeit und Werkzeugen dagegen. Tränen gelacht habe ich über den "Rapper" Terry Peck, der in einem Restaurant unter Anderem 21 Austern und zwei ganze Hummer verspeiste, um dann ohne zu bezahlen ins Meer flüchtete. Sowas kann man sich nicht ausdenken. Ein sehr netter Mensch machte ich auf einen Artikel aufmerksam, der sich damit beschäftigt, was Frauen aus der Sicht eines Mannes attraktiv macht und dem ich vollumfänglich zustimmen kann.

Im Martin-Gropius-Bau lief kürzlich die Ausstellung "Der Luther-Effekt" an und nachdem ich die im Folgenden verlinkte Einführung sah, plane ich, diese umgehend zu besuchen. Hier werden 500 Jahre Protestantismus thematisiert und ich bin gespannt, wie diese Mammutaufgabe gelöst wurde. Das wird in den Videos zwar angerissen, aber ich mache mir immer gern ein eigenes Bild.



Das Werk von Paul Klee und dessen Einfluß schätze ich sehr. Deshalb freut ich mich sehr herauzufinden, dass das "Zentrum Paul Klee" fast alle 3900 Notizbuchseiten des Künstlers veröffentlicht hat, die er als Quelle für seine Bauhaus-Lehre zwischen 1921 und 1931 verwendete. Auch wenn ich das schon öfter äusserte: Für so etwas liebe ich das Internet.

Als Fan von Äpfeln in allen Variationen interessierte mich kulinarisch das Rezept für "Schoko-Apfel-Brownies" und, passend zu den gefallenen Temperaturen, für "Hot Apple Toddy".

Ich wünsche allen Lesern ein schönes Wochenende!




Gehört: CBLS409 - Compost Black Label Sessions - Marbert Rocel Guestmix

You Might Also Like

2 Kommentare

  1. Mir war gar nicht klar, dass Stevie auch ein Kinderstar war. Zu Luther, es gab neulich eine wirklich nette Doku über Luther. Die stellte klar, dass er eigentlich ganz andere Ziele hatte und in manch Hinsicht auch etwas naiv an die Sache ran ging.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, Stevie Wonder hat schon früh angefangen. Bin sehr gespannt auf die Ausstellung.

      Löschen

Lieber Kommentator,

es freut mich, dass Sie etwas loswerden möchten. Die Kommentare werden normalerweise zweimal am Tag moderiert. Manchmal seltener, manchmal öfter. Für Spannung ist also gesorgt.

Herzliche Grüße,

A Guy Called Classic