FUNDSTÜCKE KW 02

Januar 12, 2017


Das Jahr ist in vollem Gange und ich befinde mich bereits wieder voll im Trott. Das ist nichts Schlechtes, denn ich mag meinen Trott. Ich bin ein Gewohnheitsmensch und empfinde es eher als schwierig, wenn Dinge sich grundlegend ändern oder nicht planbar sind. Spontanität wird definitiv überbewertet und oft falsch definiert. In der Realität bedeutet Spontanität nämlich meist, dass man sich dem ungenügenden Zeitmanagement anderer Leute unterordnen soll. Nicht mit mir. Spontanität, welche den Namen verdient, mag ich dagegen sehr. Die schönsten Momente meines bisherigen Lebens ergaben sich ungeplant.  

Ein wichtiger fester Termin (Ich mag feste Termine.) sind inzwischen die Fundstücke am Donnerstag geworden, Sie geben mir die Gelegenheit, mal abzuschalten und mich voll und ganz in Ruhe auf die Zusammenstellung der Dinge zu konzentrieren, die mir im Laufe einer Woche im Netz über den Weg liefe. Oft schaffe ich es auch dann erst, mich eingehend mit ihnen zu beschäftigen.

Beginnen möchte ich damit, dass die Band Slowdive als Vorgeschmack auf ihr Album den ersten neuen Song  - er heisst "Star Roving" - seit den 90er Jahren veröffentlicht hat. Im Gegensatz zu den meisten neuen Liedern reformierter Bands, ist er sogar sehr gut gut gelungen. Stand ich der Wiedervereinigung bisher recht kritisch gegenüber, bin ich nun umso gespannter.


Um beim Musikalischen zu bleiben: Auf Youtube tauchte ein Video auf, welches man eventuell als Hinweis darauf werten kann, dass das von mir geschätzte Duo Daft Punk in diesem Jahr auf Tournee gehen wird. Promomässig sehr klug konzipiert, enthält das Video mysteriöse GPS-Koordinaten, nicht aber direkte Informationen. Dies löste wilde Spekulationen aus, was - sollten die Vermutungen zutreffen -  genau das sein dürfte, was damit bezweckt werden sollte. Ich lasse mich überraschen.


Im Kurzfilm "Musical Office" von Ernie Kovacs aus dem Jahr 1961 werden die Bestandteile eines Büros zum Leben erweckt. die Musik ist ein Medley mit dem Titel ""Jalousie/Sentimental Journey" von Juan Esquivel.


Der Londoner Filmstudent Willem Verbeeck macht eine Doku-Miniserie. Diese Episode über die Macherinnen eines Startups in Brixton, welches sich als Kombination von Café und Workspace unter dem Namen "Caya Club" darstellt, ist sehr gelungen, wie ich finde. Bei meinem nächsten Londonbesuch werde ich dort auf jeden Fall mal vorbeischauen.


Überhaupt nicht zu empfehlen ist das Buch "Der letzte Mad Man" von Jerry Della Femina, welches eine meiner Lieblingsserien "Mad Men" inspirierte. Eine endlose und ermüdende Aufzählung von Agenturnamen und Accounts. Nach knapp der Hälfte habe ich es weggelegt. Einen wesentlich interessanteren Eindruck macht die Serie "The Real Mad Men Of Advertising", die ab heute läuft und einen Überblick über die Branche von den 50ern bis in die 70er zu bieten verspricht. Der Trailer wirkt so, als könnte dieses Versprechen eingelöst werden.


Zum Thema "Mad Men" gibt es ein weiteres Fundstück. Die Seite "Art Of The Title" hat den Macher der Eingangssequenz der Serie, Stephen Fuller, der für diese sogar einen Emmy gewann, und sein Team ausführlich zu diesem Thema interviewt. Auf viele Kleinigkeiten im Entstehungsprozess wird eingegangen. Ja, das ist etwas für Nerds, aber es ist sehr interessant. Auf der Seite finden sich Beiträge zu noch vielen anderen Filmen und Serien, die man mag. Von daher rate ich zur Vorsicht, wenn der geneigte Leser gerade im Büro sitzt.

Vor inzwischen 23 Jahren erschien der Film "Pulp Fiction" und löste in mehrfacher Hinsicht Hypes aus. Ich halte Tarantino aus vielen Gründen für überschätzt und seine Filme sind oft, wenn auch mit Stil, zusammengeklaut. Einige mag ich aber trotzdem und der Genannte hat sich seinen Ruf als Kultfilm redlich verdient. Eine der besten Szenen ist definitiv die Burger-Szene. Ich habe mich tatsächlich gefragt, wie denn nun so ein Big Kahuna Burger schmeckt. Nun hat sich Andrew Rea die Mühe gemacht, einen Burger zu komponieren, der seiner Meinung nach dem entspricht, was im Film gemeint sein könnte. Somit wäre dann auch der Punkt "Rezepte" in diesen Fundstücken abgehakt, denn dieses werde ich umgehend ausprobieren. Ob man Burger machen als Kochen versteht, darüber dürfen Andere diskutieren.



Eine Sache, die wieder einmal völlig an mir vorbeigegangen ist, ist die zehnteilige Serie auf BR Klassik, in der Helge Schneider den Jazz erklärt. Ich frage mich gar nicht, wie ich das nicht mitbekommen konnte und lege die Serie meiner Leserschaft lediglich wärmstens ans Herz. Hier sind die Folgen 1-10.


Auch hier ist es inzwischen ziemlich kalt, weshalb ich als völlig uneigennützigen Service, den Artikel "Zehn wirksame Hausmittel gegen Erkältung, Fieber und Co." empfehle. Wenn der Schüttelfrost dann vorbei ist, sollte man diesen Artikel über das Brooks Brothers Hemd lesen. Anschließend kann man sich Bilder anschauen, die Frauen aus verschiedenen Kulturen vor und nach dem Empfangen eines Kompliments zeigen.

Ich wünsche ein schönes Wochenende!



Gehört: Fluid Soul Radio E24 - German Secrets II - Dexter & Max Graef





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2 Kommentare

  1. Helge erklärt Jazz. Herrlich.
    Vielen Dank, das war sehr unterhaltsam und lehrreich :-)

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    1. Gern geschehen. Ich fand das auch ziemlich gut.

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